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Spannungsfeld aus Tradition und Innovation

Forum Siegen: ReSi’s Mitwelt als Reallabor neuer gesellschaftlicher Entwicklungen

Stehen wir vor einer neuen großen Transformation, ähnlich der neolithischen, der industriellen oder der französischen Revolution? Während der neolithischen Revolution wurden die Menschen sesshaft und begannen ihre Acker zu bestellen. Während der industriellen Revolution formte sich der Kapitalismus heraus, neue Produktionsweisen entstanden. Während der Französischen Revolution entstanden neue Denkweisen und Praktiken mit Blick auf Demokratie und auch Individualismus.

Unsere Jetzt-Zeit wird Anthropozähn genannt und ist gekennzeichnet durch die Herrschaft des Menschen über Natur, Kultur und Gesellschaft. Der Klimawandel könnte darauf deuten, dass diese Art des Lebens und Wirtschaftens an ihre Grenzen stößt. Wenn eine weitere große Transformation ansteht, wie könnte diese aussehen und gerecht gestaltet werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Soziologin und Privatdozentin Dr. Franka Schäfer, der Dipl. Wirtschaftsjurist Philip Engelbutzeder und Hans-Günther Apfelbeck vom Reallabor Umsonstladen bei Forum Siegen. Ihr Titel lautete „ReSi’s Mitwelt. Ein interdisziplinärer Blick in konkrete Zukünfte nachhaltiger Fairsorgung in Siegen“.

Bezugnehmend auf wissenschaftliche Expertisen erläuterte Franka Schäfer, dass die getroffenen Maßnahmen beispielsweise zum Klimaschutz nicht ausreichten, „um das Ruder herumzureißen“. Aktuell seien Folgen auch in der Region beispielsweise mit Blick auf das Waldsterben deutlich sichtbar und erfassbar. Zudem gebe es „Paradoxien der Praxis“ dergestalt, dass Menschen zwar Autos mit hybridem Antrieb kauften, den elektrischen aber nicht ausreichend nutzten, oder aber kleinere, wenig energieeffiziente Kühlschränke gegen große sparsame getauscht würden.

Im Zuge einer postnormalen Wissenschaft sollten gemeinsam getragene Lösungen erarbeitet und zunehmend Experimente in die Zivilgesellschaft getragen werden, so Franka Schäfer. Veränderungen passieren nicht einfach aufgrund politischer Beschlüsse. Es bräuchte eine Hinwendung zu unserer alltäglichen Lebenspraxis und deren politischen Potentialen.

Philip Engelbutzeder regte an, die Versorgung innerhalb der Gesellschaft neu zu denken. Im Sinne einer Postwachstumsökonomie rückten praktische Kategorien wie Verteilen, Produzieren, Reparieren und Bilden zunehmend ins Blickfeld. ReSi’s Mitwelt ist seit April 2022 ein eingetragener Verein und sucht nun als Koordinationsstelle ein Ladenlokal. Ziel sei, die Frage der Nachhaltigkeit auf die soziale, ökologische und ökonomische Ebene zu tragen. So könne sie „zu einer lebendigen Stadtentwicklung, zu Begegnungen von Universität und Bevölkerung“ beitragen. Engelbutzeder: „ReSi’s Mitwelt gibt Raum für das Spannungsfeld aus Tradition und Innovation“.

Hans-Günther Apfelbeck berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Umsonstladen als Raum für Begegnung, in dem Menschen soziale Kontakte knüpfen und pflegen und Gemeinschaft auch bei Aktionen wie Kochen erleben könnten.