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Elefanten kommunizieren auch durch das Erdreich

Kinderuni Siegen: Dr. Theodora Fuss gab Einblicke in die Kommunikation zwischen Mensch und Tier

16.30 Uhr, Hof des Unteren Schlosses in Siegen: Die ersten Mädchen und Jungen trudeln über das Pflaster in Richtung Hörsaalzentrum der Universität Siegen. Die Kinderuni findet wieder in Präsenz statt. Und der Mut, die Vorlesung möglichst mit Maske (empfohlen wegen Corona) und live im großen Schadeberg-Hörsaal mitzuerleben, steigt. Auch für das Kinderuni-Team bedeutet die Herbststaffel einen Neuanfang. Das Format war zum Sommer 2020 in den Zuständigkeitsbereich des Hauses der Wissenschaft übergegangen und fand wegen der Pandemie erst einmal nur digital statt. Im Frühjahr 2022 wagte die Kinderuni den Schritt ins Hybride. Rund 25 Kinder verteilten sich in den Sitzreihen, weit mehr waren digital dabei. Zur Herbststaffel mit dem Thema „Nachgefragt“ gab es (endlich) wieder Schlangen vor der Ausgabe der Kinderuni-Ausweise, der Lanyards, Blöckchen und Stifte. Rund 100 Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und zehn Jahren lauschten dem Vortrag der Biologin Dr. Theodora Fuss. Diese beantwortete die Kinderfrage: „Können wir mit Tieren sprechen?“

Theodora Fuss beantworte die Frage vorab mit einem „Vielleicht“. Mit Worten sprechen können nur Menschen. Sie drücken damit Gedanken und Gefühle aus. Grundsätzlich aber kann jedes Lebewesen auf die eine oder andere Art kommunizieren. Dazu wird ein Sender benötigt, der Signale über ein Medium einem Empfänger zukommen lässt. Der Empfänger benötigt den passenden Schlüssel, um das Signal und somit die gesendete Information zu verstehen. Das Sprachgen FoxP2 ist allen Tieren und auch Menschen eigen. Es besteht aus insgesamt 750 Bausteinen (Aminosäuren). Nur das FoxP2 der Menschen weicht in zwei Bausteinen von diesem Plan ab. Theodora Fuss: „Deshalb können wir Menschen sprechen.“ FoxP2 beeinflusst zudem die Vernetzung der Nerzvenzellen im Gehirn und ist deshalb wichtig für die Lernfähigkeit. Theodora Fuss: „Das ist wie ein Fahrrad mit oder ohne Gangschaltung.“

Nonverbale Kommunikation ist ebenso wichtig wie verbale Kommunikation. Die Körpersprache und der Gesichtsausdruck sind schon aus weiterer Entfernung zu sehen und zu deuten. Auch Tiere kommunizieren nonverbal – optisch durch Bewegungen, Farbe und Handlungen und ebenso akustisch durch Lautäußerungen. So haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Tänze der Bienen entschlüsselt. Der Rundtanz bedeutet, dass es in der Nähe eine Futterquelle gibt, der Schwänzeltanz zeigt an, dass Futter in größerer Entfernung zu finden ist. 30 verschiedene Sprünge kennen wir bislang bei Delfinen. Der Spion-Sprung besteht aus drei Bewegungen: Stop, Zeigen, Kopf und heißt „Bleib stehen, ich will Dir was zeigen“. Delfine nutzten überwiegend einfache Bewegungen zur Kommunikation. Dabei „sprechen“ sie je nach Herkunft auch „Dialekte“. Laubenvögel bauen kunstvoll dekorierte Liebesnester für die Weibchen. Theodora Fuss: „Die Weibchen schauen nach der aus ihrer Sicht schönsten und ordentlichsten Dekoration.“

Die Männchen der Heuschrecken zirpen – im Sommer, bei Sonne, während des Tages. Sie beherrschen ein ganzes Musikrepertoire und sind dabei ganz schön laut. Die beiden Flügel mit Schrillleiste bzw. Schrillkante fungieren bei der Lautgestaltung wie Saite und Bogen einer Geige. Blaumeisen beherrschen zwischen 50 und 60 verschiedene Pfiffe. Die Aneinanderreihung birgt die Botschaft wie: „Komm zu mir. Wir müssen unser Nest verteidigen!“ Elefanten leben in engen Gemeinschaften. Sie kommunizieren über die Medien Luft und Boden. Denn: Elefanten bespielen tiefe Töne im Infraschall-Bereich, die durch das Erdreich weitergeleitet werden und für Menschen nicht hörbar sind. Theodora Fuss: „Elefanten können andere Elefanten bis zu einer Entfernung von 10 km hören.“ Die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation endet in der Regel bei etwa 100 m Entfernung.

Einige Tiere kommunizieren über Duftstoffe – beispielsweise die Ameisen. Die Wissenschaftlerin: „Ameisen riechen, wo es langgeht.“ Ihre Dufour-Drüse produziert Pheromone, die auf dem Weg ausgestoßen werden. Bienen kommunizieren nicht nur über Tänze, sondern auch über Duftstoffe und den Geschmack. Die Königin bildet im Mundbereich ein spezielles Parfüm und markiert ihre Untertanen.

Es gibt also im Tierreich ganz verschiedene Arten der Kommunikation. Menschen haben diese Kommunikation zum Teil entschlüsselt. Auch Tiere können menschliche Worte zumindest bis zu einem gewissen Grad verstehen lernen. Die meisten Hunde sind in der Lage, bis zu 50 Worte zu verstehen. Außergewöhnliche Hunde schaffen wesentlich mehr. Auch Papageien können Wörter verstehen und einige Wörter auch sprechen. Gorilla „Koko“ war in der Lage, 1000 Zeichen in Gebärdensprache abzurufen und rund 2000 gesprochene Wörter zu verstehen. Theodora Fuss: „Menschen haben Schlüssel zum Code vieler Tiere gefunden. Bei manchen Tieren müssen wir den Code noch finden.“ Auch manche Tiere können die Codes menschlicher Worte erlernen oder über eine Zeichensprache kommunizieren.